Die Abenteuer des Fliegers von Tsingtau

Als Ende 1916 in der Reihe „Kriegsbücher“ des berliner Ullsteinverlages der 23. Band mit dem Titel “ Die Abenteuer des Fliegers von Tsingtau“ von einem Kapitänleutnant Plüschow erschien, konnten sich weder Autor noch Verlag vorstellen, was für einen unglaublichen Erfolg dieses kleine Büchlein haben würde. Zuvor waren Titel wie „An der Spitze meiner Kompanie“, „Reise zur deutschen Front“, „Die stählerne Mauer“ oder „Die Helden von Tsingtau“ erschienen, alle mit eher mäßigem Erfolg. Schon sehr bald nach seinem Eintreffen in Deutschland, im Sommer 1915, nahm der (damals noch) Oberleutnant zur See Gunther Plüschow Kontakt zum renommierten Ullstein-Verlag auf. Das Haus war Plüschow aus seiner Zeit als Flugschüler bestens bekannt , Ullstein-Zeitungen waren die „Leib- und Magenblätter der damaligen Johannisthaler Fliegergemeinde“ (A.H.G.F.).

Plüschows Erzählung wurde dem Verlag förmlich aus den Händen gerissen.  Allein im Erscheinungsjahr 1916 sollen über 400.000 Exemplare verkauft  worden sein. 

Bis heute wurde das Buch in viele Sprachen übersetzt, es gibt sogar eine japanische Ausgabe. Allein in Deutschland wurde es über 750.000 mal gedruckt. Erst 2006 erschien eine Ausgabe auf Spanisch und 2008 eine deutschsprachige Neuauflage im Wunderkammer Verlag, Frankfurt (siehe unter Bücher/DVDs auf dieser Webseite).

         
 erste Auflage v. 1916 Stoffeinband aus den 20er Jahren des 20. Jahrh.  die englische Ausgabe  von 1923  niederländische Ausgabe
         
         

 Übrigens :  der deutsche Schriftsteller Kurt Tucholsky war von dem Buch ganz offenbar nicht begeistert. Er schreibt: „Ich besinne mich, in diesem dummen Buch Der Flieger von Tsingtau (das den Vorzug hatte, das erste [Irrtum, es war Band 23 GHE] einer Reihe von gleich schlechten gewesen zu sein, und deshalb gelesen wurde) mich immer gefragt zu haben: Wird etwas von ihr drin stehen, wenn er zurückkommt? Ja, es stand etwas drin. Eine Klischeephrase von einem Paar blauer Augen. Vielleicht kann Herr Plüschow nur nicht schreiben“ (K.T.)